Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entformen, entförmen

entformen, entförmen,
gleich entbilden und dem lat. deformare doppelsinnig,
1)
mit gelindem ent, bilden, formen, abformen: der künstler entformt dem weichen thon seine gestalten; ein schön entformter leib.
2)
gewöhnlich mit privativem, deformem reddere, deturpare. Maaler 103ᶜ: dasz die imagination das kind gekrümmet oder entformet hat. Paracelsus 1, 100ᶜ; und alle glieder derhalben aufgeplasen und entformet werden. Thurneisser infl. wirk. 49; den verbrauchten hut, vom regen der letzten tage genug entformt.
3)
sich entformen, wiederum
a)
sich gestalten: welche stein sich nicht vil sondern oder entformen gegen den stralsteinen. Paracelsus 1, 66ᵇ; die ganze schlachtordnung entformte sich vor seinen augen.
b)
sich entstellen: und bleibt im mittlen himmel, im selbigen entformbt es sich und wird vom wind getrieben. Paracelsus 2, 98ᵃ; etlich entförmen sich mit der kleidung, der nackend, der bartet. chir. schr. 332ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 521, Z. 46.

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Zitationshilfe
„entformen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entformen>, abgerufen am 22.10.2021.

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