Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entgelt, m. und n.

entgelt, m. und n.
pretium, oft falsch geschrieben entgeld, fast nur in der formel 'ohn entgelt', gratis:
des mancher solicher hat entgelt.
Schwarzenberg 152ᵈ;
er euch bald sol wider geben
eur gut und ohn allen entgelt.
Ayrer 445ᵇ;
alle gefangenen allerdings ohne entgelt ledig lassen. Wallensteins briefe nᵒ 49 (a. 1625);
viel lieber bleiben hett ich ohn entgelt gewolt,
da so gar ungleich mir der wechsel werden solt.
Werders Ar. 20, 128;
die darzu bestellten thürhüter waren auch befehlicht einen jeden ohne entgelt einzulassen. Lohenst. Arm. 2, 971;
ists christlich, christenvolk, dem gott den himmel schenkt,
dasz dich nicht ohn entgelt man in die erde senkt?
Logau 1, 162, 96;
was hat der deutsche krieg, der sich so lang erstrecket,
von früchten und von nutz doch immer ausgehecket?
er wuchs und wuchs für sich, hat aber den entgelt,
dasz er dem deutschen preis den leichendienst bestellt.
3, 90, 69;
bedrengte und die ohne ihren entgelt üm das ihrige kommen sein. Butschky kanzl. 444;
durch einen blick voll zorn des nachbars ruh verbrennen,
und frei und ohn entgelt und fürstlich morden können,
ist etwas, das viel heiszt.
Günther 743;
bereit und willig, sie nach unserm besten vermögen, ohne einiges entgelt, gern mit allen bedürfnissen zu erquicken. Felsenb. 4, 250; alle gefangenen, ohne entgelt, auf freien fusz gestellt. Pierot 4, 100; eine schule für die armen kinder aufbauen, worinnen selbige ohne entgelt unterrichtet werden könten. nord. Robinson 1, 106; überliesz daher meinem stiefsohn mein ganzes witthum ohn einzigen entgelt. ehe eines weibes 298; ihm einen theil seiner erkenntnis ohn entgelt mittheilen. 334; unterhalt an essen, ohne entgelt. Plesse 1, 408;
was hätt ich für entgelt?
J. E. Schlegel 1, 420;
auf ein jahr, ohne entgelt. Göthe 8, 91. 42, 116. 339;
bis inan dem liebenden vater das freundlichblickende mägdlein
hingibt, frei, ohn entgelt.
Il. 1, 99;
jenes geschlechts ja sind sie, die Zeus Kronion dem Tros einst
gab zum entgelte des sohns Ganymedes.
5, 266;
da ein fremdes gut, ohn allen entgelt, sie verprassen.
Od. 1, 161;
so des einzelnen manns erbgut ohn entgelt zu verprassen.
1, 378. 2, 143;
dasz auch ihr ohn entgelt in unserm hause dahinsinkt.
1, 381. 2, 146,
wo im original die adjective ἀπρίατος, νήποινος stehn, unserm adverb entspräche ἀπριάτην, νήποινα, unentgeltlich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 541, Z. 73.

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Zitationshilfe
„entgelt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entgelt>, abgerufen am 16.10.2021.

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