Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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ente, f.

ente, f.
ahd. anut, später anit, enit, mhd. ant, ent, nnl. eend, ags. ened, altn. önd = anud, schw. dän. and, lit. antis, lat. anas anatis, it. anatra, sp. anade, gr. νῆσσα, νῆττα, russ. utka, serb. utva (in den liedern häufig utva zlatokrila, goldgeflügelte ente). man leitet alles hin auf νέω und die ente ist ein behender schwimmvogel, nur könnten gans und schwan ebenso heiszen. da in allen übrigen urverwandten formen der vocalanlaut haftet, lieszen sich auch die griechischen in ἀνῆττα ἀνῆττα ausfüllen und es entspränge nahe berührung zwischen anas und anser, folglich χήν gans und haṅsa, von νεῖν und nare abführend. dem engl. duck und drake liegt ebenso aphaerese des an unter. die meisten folgenden redensarten gehen auf ente wie gans.
1)
die ente schnattert und plaudert, es heiszt darum schwatzhaft wie eine ente.
2)
beiten bis in die gebraten enten in das maul fliegen. Frank lob der thorheit 143;
bis dir ein ent ins maul einfliegt
gebroten wie im schlauraffenland.
Schmelzl hochzeit 10ᵃ.
3)
er sieht aus wie eine ente wenns wetterleuchtet (von betrunkenen). Lichtenberg 3, 77.
4)
ich wolt ehe, dasz mich ein ent zertrette, das were doch ein schendlicher tod. Frank sprichw. 2, 37ᵃ.
5)
was willmer auch an den zeitungszwickeln (zeitungsschreibern) vil loben. waisz nit, habns ein taufnamen oder nit, waisz nit wer ihre enten oder gäns gwest sein, ob ihr vatter aufm nuszbaum ertrunken ist oder nit (vgl. mythol. 538). Schwabe tintenfasz s. 76, zur deutung des ausdrucks zeitungsente.
6)
man nennt eine in zeitungen verbreitete gleichsam fortschwimmende, wieder auftauchende fabel oder lüge heute gewöhnlich ente. früher hiesz es blaue ente: so kömpts doch endlich dahin, das an stat des evangelii und seiner auslegung widerumb von blaw enten gepredigt wird. Luther 3, 282;
es sein alsamen nur blaw enten,
das die pfaffen hon erdacht.
Murner luth. narr 3156;
wer jedem narren glauben will,
der sagt von blawen enten vil.
Zarnckes Brant s. 129ᵃ;
aber man kan uns nit von den bölstern bringen, predigen immer in haufen den gensen oder blawen enten, on alle frucht. Frank trunkenheit B 4ᵃ;
es seint fürwar nit blaue enten,
es ist der ernst und warheit gar.
Schade pasq. 1, 11;
zahmenten, wildenten,
wasserenten, tauchenten, blauenten.
Hofmann gesellsch. 257.
blau ist nebelhaft, nichtig, einem etwas blaues vormachen, blauen dunst machen bedeutet vorlügen, vgl. 2, 82, eitellötig und hernach ententäding.
7)
in Göttingen und in Cassel wird ein gewisses aus mehrerlei feinen weinen gemischtes getränk ente genannt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 509, Z. 8.

enthegen

enthegen,
rumpere septum:
indessen ihr geschwelgt auf meinen gütern,
mir die geheg enthegt, gefällt die forste,
whilst you have fed upon my signories,
disparkd my parks, and felld my forestwoods.
Richard II. 3, 1.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 557, Z. 5.

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Zitationshilfe
„enthegen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/enthegen>, abgerufen am 26.10.2021.

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