Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entheiligen

entheiligen,
profanare, polluere, entweihen, nnl. ontheiligen:
wan werstu von nature
rain lauter clar und pure,
so wirt niemant vermeiligt
enteret und entheiligt.
meisterl. 23 nᵒ 84;
wer den sabbat entheiliget, der sol des todes sterben. 2 Mos. 31, 14; das du nicht entheiligst den namen deines gottes. 3 Mos. 18, 21; denn sie legen ire hende an seine friedsamen und entheiligen seinen bund. ps. 55, 21; sihe, ich wil mein heiligthum, ewrn höchsten trost, die lust ewr augen und ewrs herzen wündsch entheiligen. Ez. 24, 21;
des göttlichen lebens beginn entheiligen.
Mess. 3, 312;
du verlorner! dies wäre dir besser, als dasz du den mittler
und der jünger erhabnen beruf unedel entheiligst.
3, 411;
auf der entheiligten erde.
11, 227;
der richter zürnt,
dasz unsre missethat
uns so entheiligt hat,
dasz wir verwesen müssen.
Klopstock 7, 97;
rache, rache, rache dir, grimmig beleidigter, entheiligter greis! Schiller 136ᵇ; ich hab einen engel entheiligt, mich mir selbst zum scheusal gemacht. Wagner die kindermörderin 44.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 557, Z. 11.

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Zitationshilfe
„entheiligen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entheiligen>, abgerufen am 16.01.2021.

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