Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entjehen

entjehen,
abjudicare, absprechen, entziehen? underwind dich keiner solcher bind der cur, sonderlich erwer oder sper dich genzlich darwider, auch was dir müglich (quälend) und sorglichen ist, solt du nit lieb haben (meiden), noch lange gebind, wann alle disz schmerzen und entjehent dir dein lob. Braunschweig chirurgia 1539 bl. 75. man möchte den älteren druck von 1497 nachsehen, wo vielleicht stände enjehent, mit der alten negation (sp. 445) und dem sinn, die langen binden und quälenden gedanken schmerzen dich verwundeten und verkünden nicht dein lob, dasz du die kur muthig ertragest. dann wären wir des verbums entjehen überhoben, dem auch kein ahd. intjëhan, mhd. enjëhen zur seite tritt, obschon es im zusammenhang ungefähr dasselbe ausdrücken würde. die abneigung gegen lange binden bleibt in der sache dunkel. [durch eine andere stelle in demselben buch wird die vermutete besserung bestätigt. bl. 34 steht: das sie nit entmügen an ihre wunden wider kummen, deutlich enmügen, nequeunt. auch in Keisersberg bilger 122ᶜ steht verdruckt entneiszwen für enneiszwen, wovon oben sp. 445.]
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 559, Z. 24.

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Zitationshilfe
„entjehen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entjehen>, abgerufen am 25.10.2021.

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