Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entlauben

entlauben,
fronde nudare, gegenüber belauben, engl. unleave, nnl. ontlooveren: der baum hat sich entlaubet, posuit arbor comas. Maaler 104ᶜ;
entlaubet ist der walde
gen disem winter kalt,
beraubet wird ich balde
meins liebs, das macht mich alt.
Uhland 130;
der herbst entlaubte schon den bunten hain.
von Kleist;
verstecken gilt itzt nicht bei den entlaubten sträuchen.
Weisze briefw. der fam. des kinderfr. 1, 216;
rings trauern die entlaubten,
vom kalten wind durchweht,
die tannen nur behaupten
ihr dunkles grün so spät.
Lenau neuere ged. 199;
die ersten unterhaltungen wandten sich auf Hamann, dessen grab in der ecke des entlaubten gartens mir bald in die augen schien. Göthe 30, 236; den weinstock getreuer freundschaft seiner blüte entlauben. Butschky kanzl. 55; dieses herbstliche entlauben seiner hofnungen. J. P. jubels. 41; nicht blosz dem falben herbste unsers entlaubten seins werden die schönsten freuden aufgespart. 185; aus der entlaubten, verdorrten seele wird ein neuer leib ausschlagen. Kamp. 47; eine entlaubte jugend. Hesp. vorr. xxiv.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 567, Z. 32.

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Zitationshilfe
„entlauben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entlauben>, abgerufen am 28.10.2021.

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