Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entleben

entleben,
vita privare, tödten, das nnl. ontleven ist aber intransitiv sterben, wie auch bei uns vorkommt, z. b. in Weises lustredner 329: dafern die liebste nicht über verhoffen entlebet wäre. das transitivum bezeugen folgende stellen:
wie auch mein flaisch in wahrer zuversicht,
dasz gottes gnad es nicht
gedenkt zu entleben.
Weckherlin 53;
mich gar zu entleben.
57;
mit lust entleben.
224;
jetzt trugt ihr steine zu und woltet ihn entleben,
jetzt stürzen von dem fels, jetzt in die bande geben.
Fleming 6.
vielleicht musz das transitivum zurückgeführt werden auf entleiben, denn in Gryphius verl. gesp. 55 heiszt es zwar
der längst entlebte geist besucht die kalten glider
und fängt zu leben an,
und die stelle wiederholt sich 56. allein in beiden liest die ältere ausg. entleibte. doch heute gilt blosz das part. entlebt, todt (nicht entleibt), das sich gleich dem nnl. ontleefd auch auf ein intransitivum zurückleiten läszt: jene entlebten geschöpfe zu beleben, hatte der auszerordentliche mann sein ganzes talent erschöpft. Göthe 26, 293. vgl. ableben, beleben, verleben und entleiben.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 568, Z. 25.

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Zitationshilfe
„entleben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entleben>, abgerufen am 20.10.2021.

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