Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entleiden

entleiden,
1)
transitiv dolore, maerore liberare:
ach schatz, kom mich zu entleiden!
Weckherlin 469.
2)
molestum, invisum reddere alicui, verleiden: so lange man mir Virgilium mit Lucano nicht entleiden wird. Brucker in Danzels Gottsched 243; ohne dasz mir dieser umgang entleidet wäre, wie es öfter zu geschehen pfleget. Pierot 1, 393; dieser trockene und mürrische mann entleidete unserm Siegwart den aufenthalt. Millers Siegw. 2, 359; zuweilen phantasierte er auf seiner violine. gleich wars ihm wieder entleidet und er hieng sie wieder auf. 2, 412; ihm den hang auf dem lande zu leben zu entleiden. 3, 534; eine staatsveränderung soll mir luft machen, hoff ich. wenn sie mir auch nicht zum bezahlen hilft, soll sie doch meinen gläubigern das fordern entleiden. Schiller 146ᵃ; dem rechtsgelehrten entleidet seine rechtswissenschaft, sobald der schimmer besserer cultur ihre blöszen ihm beleuchtet. 1003ᵃ. dies letzte entleidet liesze sich auch unpersönlich nehmen für leid werden.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 571, Z. 68.

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Zitationshilfe
„entleiden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entleiden>, abgerufen am 19.10.2021.

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