Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entmannen

entmannen,
1)
evirare, exsecare, virilitatem adimere, nnl. ontmannen, engl. unman, wofür die alte sprache verschiedne andere ausdrücke hatte:
die du gestümmelt hast, und der entmannte mann
Theophilact, und wer noch über dich tyrann,
auch sonder zunge ruft.
Gryphius 1, 47;
entmannte harfen (eunuchengesang)
fröhnten dem wahn und dem goldnen laster.
Voss 3, 31.
2)
häufig für enervare, debilitare, schwächen:
eine memme bin ich,
deine schönheit entmannt mich,
entmannt mich deine stimme.
Fr. Müller 1, 213;
sirenengesang, der das herz entmannt.
3, 133;
zehnfältig wuchert stets der erste sieg,
zehnfach entmannt die erste niederlage.
Platen 307;
die nerven werden so wenig in einer woche gestärkt als in einer woche entmannt. J. P. uns. loge 3, 57; durch ihre entmannenden auszüge und übersetzungen. bücherschau 1, 55.
3)
man sagte auch ein schif entmannen, seiner mannschaft berauben, im gegensatz von bemannen. Lohenst. Arm. 1, 94.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 573, Z. 7.

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Zitationshilfe
„entmannen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entmannen>, abgerufen am 26.10.2021.

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