Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entmenschen

entmenschen,
spoliare hominibus, humana forma:
so wär durch deine straf
entmenschet (entvölkert) der erdkreisz.
Weckherlin 330;
entmenschtes mutterherz!
Lohenst. Agripp. 6, 169;
entmensche dich vorher, vergeistere die glieder.
blum. 64;
du weist, dasz menschen sich nicht recht entmenschen können.
Hofmannswaldau 1, 3;
wen faszt des mitleids schauer nicht, wenn er sieht,
wie unser pöbel Kanaans volk entmenscht.
Klopstock 2, 46;
wurde die menschheit
jemals also entmenscht?
2, 163;
menschen zu sehn wie entmenscht durch so unmenschliche herschaft.
Voss 2, 53;
des freut sich das entmenschte paar
mit roher henkerslust,
denn fühllos wie das eisen war
das herz in ihrer brust.
Schiller 68ᵃ;
moskowitische geisel schwang
siegreich die entmenschte Messalina.
Platen 129ᵃ;
genügt euch nicht, dasz eure tyrannei
kein menschlich angesicht mich sehen läszt?
denn euer eignes hat die wut entmenscht.
222ᵃ;
um sich nicht zu entmenschen (durch beiwohnung ohne ehe). Kant 5, 124.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 573, Z. 51.

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Zitationshilfe
„entmenschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entmenschen>, abgerufen am 22.10.2021.

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