Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entnafzen

entnafzen,
in soporem incidere, entschlummern: nun sprichstu, ich entschlaf nit also, aber ich entnafz. das haiszt entnafzen, wenn ains anfacht zu schlafen und zucket doch wider ... hüt dich vor dem entnafzen, wann warlich wilt du des vil treiben, du entschlafst hinden nach, das dir der kopf zuͦ der erden felt. Keisersberg geistl. spinnerin b 5ᵇ; nun sprichst du, lieber got, wie sol ich im thuͦn, das ich also entnafz? b 5ᶜ; ich wird nit steigen auf mein bett, noch auch keinen schlaf geben meinen augen und meinen augenbrowen kein entnafzen und kein ruw meinen schläfen bis das ich find ein statt dem herrn. predigten 97ᵃ; also das sie nahent die ganze nacht über schrien, do entnafzet sie ein wenig und es gedaucht sie, wie das sie wäre in der kirchen. Oberlin 316. von der wurzel unter nafzen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 574, Z. 64.

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Zitationshilfe
„entnafzen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entnafzen>, abgerufen am 25.10.2021.

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