Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

enträumen

enträumen,
nnl. ontruimen,
1)
amovere, aus dem weg räumen, vgl. ausräumen, einräumen:
und des mahles gerät enträumten die mägde.
Voss.
2)
cedere, concedere, raum geben, einräumen: diesemnach denn die welt sie (die stadt Rom) für ihr grösztes wunder, das menschliche geschlechte sie für ihre gebieterin zu verehren gezwungen ward, nachdem glück und zeit ihr die oberhand und die ewigkeit enträumte. Lohenst. Arm. 1, 7; gleichwol aber wolte der himmel der bosheit des Varus nicht enträumen, dasz sie einer so reinen keuschheit ein haarbreit abbruch zu thun vermocht hätte. 1, 16; solte man doch ihre gemüther nicht derogestalt übereilen, sondern zu deren beruhigung einige zeit enträumen. 1, 160; als wenn nicht nur Ismene ihrer liebe unrechtmäszigen eintrag thäte, sondern auch Zeno mehr enträumte, als ihro beider liebe erlaubte. 2, 127;
und eine spanne land von Candien enträumen.
Ibrahim 21, 559;
gesetzt auch, nicht enträumt,
ich hätte gegen ihn mit worten mich verbrochen.
Epichar. 42, 386;
gesetzt, doch nicht enträumt, es sei der schlusz gefaszt.
Hallmann Mariamne 41;
gesetzt, doch nicht enträumt, sie hätten ihre pflicht,
erhitzt im ersten grimm, was gegen uns vergessen.
Theodorich 55.
eine jetzt veraltete bedeutung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 581, Z. 74.

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Zitationshilfe
„enträumen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entr%C3%A4umen>, abgerufen am 21.10.2021.

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