Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entröthen

entröthen, sich,
erubescere, erröthen, sich schämen:
der sonne gold, für der sich stern entröthen.
Lohenst. Ibrah. 69, 557;
vor den granaten musz zinnober sich entröthen.
Hyae. 38;
Antonia war hierüber entröthet, versetzte aber alsofort. Lohenst. Arm. 1, 391;
ich musz mich ja entröthen,
wenn mir, Stratonica, dein englische gestalt
kommt in gedanken vor.
Hallmann Antiochus 3;
du heilger vater pabst darfst dich auch nicht entröthen,
hat deines sohnes rock gleich einen blutgen fleck.
Wiedemann jan. 16;
Eckarth entröthete sich darüber, sagende, wie komm ich zu der hohen unverdienten kaiserlichen gnade? Ettners med. maulaffe 514; überreichte denen beiden jungen herren ihre briefe, welche, als sie jeder einen von seiner geliebten ersahen, entrötheten sie sich gänzlich im gesicht. unw. doct. 256; die jungfer entröthete sich, sagende, dem himmel sei gedankt. 324. in derselben bedeutung galt anröthen (1, 429):
'o du mördische hur,
du hast mir in dem wein vergeben,
trink auch, aber (oder) es kost dein leben!'
die fraw wolt nicht und sich anrötet,
mit bloszem schwert er sie doch nötet,
dasz sie den gifting wein austrank.
H. Sachs I, 175ᵇ.
hier würde erbleichen fast mehr passen, was sich mit der form anröten nicht vereinbart. doch in den beiden ersten stellen Lohensteins darf man den sinn von erbleichen vorziehen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 588, Z. 76.

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Zitationshilfe
„entröthen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entr%C3%B6then>, abgerufen am 27.10.2021.

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