Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entrauben

entrauben,
spoliare, eripere, nnl. ontrooven.
1)
mit acc. der person, gen. der sache: seines vätterlichen erbs entraubet. Maaler 105ᵃ; so dasz er weder essen noch trinken mochte, auch seines natürlichen schlafs ganz entraubet ward. buch der liebe 44, 3 (= Galmy 11); als sie jetzund der hofnung waren, sich mit einander zu ergetzen, wurden sie mit vorzeitigem tode irer hofnung entraubt. 235, 3;
drum sei jener hochgepriesen,
könig er mit recht genannt,
der des glückes mächtgem riesen
mutig leistet widerstand,
an der ehre kraft noch glaubend
und die zeit der schmach entraubend.
Friedr. Schlegel gesang der ehre.
2)
dat. der person, acc. der sache: also entraubt inen gott den muͦt, wo er inen gleich gibt das guͦt. Frank laster 4;
die liebe, die ein Christ zum Christen billich trägt,
die ist durchaus entraubt, die ist seitab gelegt.
Logau 1, 58, 32;
also ist auch mein herz der liebe zu dir völlig ergeben, so dasz deiner natur bildnis das bildnis meines verstandes entraubet. pers. rosenth. 5, 16, welche worte Göthe 6, 150 übernimmt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 581, Z. 48.

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Zitationshilfe
„entrauben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entrauben>, abgerufen am 25.10.2021.

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