Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entsündigen

entsündigen,
1)
expiare, nnl. ontzondigen, reinigen: und solt den altar entsündigen. 2 Mos. 29, 36; und sol also das haus entsündigen mit dem blut des vogels. 3 Mos. 14, 52; und alle kleider und alle geräte von fellen und alles pelzwerk und alles hülzen gefäsz solt ir entsündigen. 4 Mos. 31, 20; und von desselben blut soltu nemen und seine vier hörner damit besprengen ... damit soltu in entsündigen und versünen. Ez. 43, 20;
nimm einen isoppusch, entsündige mein leben!
Fleming 21;
den irdschen trieb der lüsternheit
entsündigte des ehstands schuldigkeit.
Hagedorn 2, 105;
eines sünders, allein den Jesus opfer entsündigt.
Messias 15, 549;
entsündigt, rein von missethat,
durch den, der uns geliebet hat,
sahn wir den tod.
Klopstock 7, 71;
Jesu Christi mittlertod,
der vorm richter uns entsündigt.
7, 159;
ach heiszres feuers liebt ich ein sterblich weib
als meinen mittler, der mich entsündigte.
Joh. Friedr. Hahn im Gött. musenalm. 1775;
dasz er (David) aber entsündigt sein wollte und dasz er auf das dringendste um ein reines herz flehte. Göthe 19, 320;
mag ein so groszes werk den frommen sinn verkündgen,
zu preisen gott den herrn, so wie mich zu entsündgen.
41, 295.
2)
sich entsündigen: und die leviten entsündigten sich und wuschen ihre kleider. 4 Mos. 8, 21; welcher aber unrein sein wird, und sich nicht entsündigen wil, des seele sol ausgerottet werden. 19, 20.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 638, Z. 26.

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Zitationshilfe
„entsündigen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ents%C3%BCndigen>, abgerufen am 15.10.2021.

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