Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entsatz, m.

entsatz, m.
1)
liberatio ab obsidione, suppetiae, nnl. ontzet: unterdes kam der hohmeister und der pfalzgrafe beim Rhein den belagerten zum entsatz. Schütz beschr. von Preuszen 1599 s. 69; er solle sich in der festung noch halten, denn ihme gewisser entsatz ehestes tages zukommen werde. Butschky kanzl. 633; in der belagerung und dem entsatz von Arles. Mascou 2, 30; einen entsatz zu wagen. 2, 114; wie wärs, wenn sie uns freien abzug eingestünden, da ihr doch von Sickingen keinen entsatz erwartet. Göthe 8, 109; ohne eine schlacht mit der flotte zu wagen, kann kein entsatz auf die insel gebracht werden. Schiller 680ᵃ; so fehlte es der stadt dennoch nicht an mitteln, sich bis zur ankunft eines entsatzes zu behaupten. 949ᵃ; er fand jetzt gegen die empfindungen, die ihn belagerten, wenn nicht einen entsatz, doch eine auf die ewigkeit verproviantierte bergfestung. J. P. Tit. 3, 57. es heiszt zum entsatz kommen, sich zum entsatz rüsten, entsatz schicken, auf entsatz hoffen. s. entsetzen, besitzen.
2)
horror, entsetzen, was man nachsehe:
die nach dem tode sucht, entsetzt sich wenn er ruft.
'nicht diese, die entsatz sucht in der todtengruft'.
Gryphius 1. 120;
es sterbt die einfalt hin, erweckt ein solches klug,
dafür ein keuscher sinn entsatz und grauen trug.
Logau 2, 66.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 593, Z. 61.

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Zitationshilfe
„entsatz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entsatz>, abgerufen am 20.10.2021.

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