Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entschleichen

entschleichen,
clam elabi, heimlich entweichen:
ein schlauer vogel kan des stellers leim entschleichen.
Opitz 2, 236;
ich entschleiche vielen forschern, vielen neidern, vielem streit.
Hagedorn 2, 29;
sie freit und wagt beim schmaus vom mann sich wegzustehlen,
sucht jüngre buhler auf, mit denen sie entschleicht.
3, 26;
also entschlich aus furcht vor Menelaus Atriden
unter die troischen schaaren der göttlich gebildete Paris.
Bodmers Homer 1, 39;
und der furchtsame Römer entschlich zu seinem palaste.
Messias 7, 861;
mir entflog bald schnelleren fluges,
bald entschlich mir säumend die zeit.
18, 486;
entschleichen thränen den wangen.
Wieland 16, 152;
doch entschleicht
mancher sehnende seufzer deinem busen.
Chr. Stolberg 1, 32;
ich musz zurück, denn kaum
entschlich ich meinen wächtern.
Tieck 11, 163;
es war mir wie einem, der dem tollhause entschleicht. Thümmel 6, 378; wer nicht in der ehe als ein ordentlicher, gewissenhafter mann gelebt, der ist der schwersten probe entschlichen. Klinger 11, 190.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 604, Z. 40.

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Zitationshilfe
„entschleichen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entschleichen>, abgerufen am 18.10.2021.

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