Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entschleiern

entschleiern,
revelare, velamen detrahere, nnl. ontsluijeren: eine frau entschleiern, ihr das gesicht entschleiern;
das rosenlager, halb entschleiert.
Voss;
bis Aurora diese nacht entschleiert.
Gökingk 3, 60;
hoch sei der hehre tag gefeiert,
als hier, von Rom bis Ostia,
mein blick, vom zeitgewölk entschleiert,
der thatenbühnen gröszte sah.
Matthisson 34.
oft reflexivisch:
der dichter, dem es noch nicht da sich entschleierte,
dasz die freude der edeln öfter schweigt,
als selbst ihr mächtigster schmerz,
der wanket schon an der schwelle des heiligthums.
Klopstock 2, 18;
fleh um das gute zum schönen! hier, wo sich entschleiert mein antlitz
ihm, unter sphärengesang, neigte zu trautem gespräch.
Matthisson 227;
seht, wie der himmel sich entschleiert.
Körner 4, 38;
da entschleierte sich plötzlich Klotildens fenster. J. P. Hesp. 3, 143; wie in der geschichte sich auch die vorsehung nicht an jahren, sondern an jahrhunderten entschleiert. Levana xv.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 604, Z. 64.

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Zitationshilfe
„entschleiern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entschleiern>, abgerufen am 16.10.2021.

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