Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entsein

entsein,
deesse, entstehen, ermangeln: so wolte sein f. g. aus undertheniger gegen die k. mt. tragender zuneigung irer k. mt. des nit entsein. Lanz staatsp. Karl V s. 529 (a. 1554); damit niemand gedenke, das ich im rechtens entsein wolt. Thurneisser notgedr. ausschr. 3, 132; weil meinem groszg. herren beliebet, solche unreife früchte zu kosten, habe demselben ich nicht entsein können. Butschky s. 165. man könnte in diesem ent die alte negation en (s. 445) erblicken wollen, wogegen doch der beigefügte gen. oder dativ, und die analogie von entstehen streitet. die vorstellungen esse und stare gleichen einander. was Stieler 174 entsein, sterben nennt, ist deutliches altes ensîn, nicht sein, zu sein aufhören. Schm. 1, 68. vgl. entwesen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 620, Z. 3.

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Zitationshilfe
„entsein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entsein>, abgerufen am 22.10.2021.

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