Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entsiegeln

entsiegeln,
sigillum solvere, dann überhaupt aperire:
der bach, den eis verschlosz und sonn und west entsiegeln,
in dem sich luft und baum und hirt und herde spiegeln.
Hagedonn 3, 87;
weh, was seh ich, welch ein bild!
'ja es soll den trug entsiegeln'.
Göthe 2, 42;
denn ich musz am besten wissen,
wie die räthsel sich entsiegelt.
4, 32,
und die thüre, fest verriegelt,
ist durch wunderkraft entsiegelt.
40, 95;
weitere fortschritte verdank ich besonders Niethammern, der mir die haupträthsel zu entsiegeln trachtete. 50, 54;
die lippen des verstockten zu entsiegeln,
harrt schon die folter sein.
Gotter 2, 267;
mädchen entsiegelten,
brüder, die flaschen!
auf! die geflügelten
freuden zu haschen.
Matthisson 176;
ich höre dich, o herr, vom langen schweigen
zum erstenmal den mund entsiegeln.
Schiller ...;
nur liebe kann den erdenstaub beflügeln,
nur sie allein der himmel thor entsiegeln.
A. W. Schlegel;
alle höhn hast du erflügelt,
alle tiefen du entsiegelt.
Rückert.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 624, Z. 40.

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Zitationshilfe
„entsiegeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entsiegeln>, abgerufen am 24.10.2021.

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