Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

entsenken

entsenken,
demittere, niedersenken, herablassen:
höher in wolken, o palmenhain,
erblickst du das thal, wie der lorberwald!
und entsenkst schatten, herab auf den wald,
dem gewölk, welches dich deckt, palme, mit glanz.
Klopstock 1, 180;
so entsenket die erscheinung des Thuiskon, wie silber stäubt
von fallendem gewässer, sich dem himmel.
1, 185.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 620, Z. 35.

entsinken

entsinken,
excidere, elabi, nnl. ontzinken: wenn wir von inen hören werden, so werden uns die feuste entsinken. Jer. 6, 24; wenn der könig zu Babel ir gerücht hören wird, so werden im die feuste entsinken, im wird so angst und bange werden, wie einer frawen in kindsnöten. 50, 43; und nachdeme mir sein name entsunken und vergessen ist, so wird man freilich sein waffen noch in der herberg zu Heidelberg zum hirsch finden. Götz von Berl. lebensb. 91; und ist mir gleichwol sein name entsunken, das weisz ich aber wol, dasz es ein groszer, starker, dicker knecht war. 186;
ich glaub du hast zu viel bier getrunken,
oder der witz ist dir entsunken.
Soltau volksl. 473;
entsinkt ihme mut und sinn. Butschky Patm. 284;
satan entsank dem felsen und rauschte
durch die schöpfung hinab zu der hölle.
Messias 13, 896;
entsunken dem schwellenden wunsche
nach triumphen, wie jene, die blutvergieszer belohnten,
schwung sie sich auf in erhabnere höhn.
15, 780;
dem müden auge,
das zu brechen begann, entsanken verlöschende blicke.
...;
und er entsank in den staub mit geschrei.
Voss;
und gedrängt vom himmel entsank nacht;
schnell entsanken die urnen der hand, effluxere urnae manibus.
Ov. met. 3, 39;
traun, dem Thucydides wäre der zitternde griffel entsunken,
hätt über Attika Zeus ähnlichen jammer verhängt.
Matthisson 273;
die häuslichkeit birgt sie in grünen hallen
vom sonnenstrahl umblinkt,
bis ihr beim hochzeitlied der nachtigallen
der myrtenkranz entsinkt.
Salis 140;
und mit gebrochnem seufzer, halb entseeit,
entsinkt sie bleich zu des geliebten füszen.
Schiller 624ᵇ;
seit du, der leeren nacht entsunken,
dein stolzes licht von ihm geholt,
sah es in dem gewühl der funken
schon manchen stern verkohlt.
Thümmel 5, 149;
bei jedem schlage sprühn die schwerterfunken,
schild, rüstung sind zerfetzt durch hieb und stosz,
die schienen sind schon nach und nach entsunken
und beider arme ganz entwehrt und blosz.
Gries Bojardo 1, 4, 3;
ein dem himmel entsunknes Pallasbild. J. P. Hesp. 1, 61; mein entsinkendes leben. 2, 114.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 624, Z. 74.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
entgegenneigen entzischen
Zitationshilfe
„entsinken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entsinken>, abgerufen am 20.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)