Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entstricken

entstricken,
solvere, vom strick befreien, nnl. ontstrikken,
1)
transitiv: mhd.
si entstricte der fintâlen bant.
Parz. 44, 4;
den hëlm entstrictens ime ze hant.
Trist. 237, 8.
nhd. da zeigt der augenschein die last, die itzt uns drücket,
das mittel, das die noth, in der wir fest, entstricket.
Gryphius 1, 10;
nicht, vom kampf die glieder zu entstricken,
die erschöpften zu erquicken,
wehet hier des sieges duftger kranz.
Schiller 72ᵇ;
wolkennacht entstricken
kannst du mit den blicken.
Rückert 226.
2)
reflexiv:
indem des mädchens schwarze locke
sich im ungelernten tanz entstrickt.
Wieland 9, 307;
auch unser held fühlt doch bei diesem ton
an arm und knie die sehnen sich entstricken.
22, 12;
weibersehnen entstricken sich eher. Hippel lebensl. 4, 269; da im tanz sich ihre schwarze locke entstrickt. Herder an Car. Flachsland 1, 146.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 637, Z. 1.

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Zitationshilfe
„entstricken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entstricken>, abgerufen am 22.10.2021.

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