Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entwältigen

entwältigen,
nnl. ontweldigen, hiesz in der älteren sprache rapere, depellere, liberare, einen aus der gewalt über eine sache, aus deren besitz setzen und zwar mit doppelter construction,
1)
acc. der person, gen. der sache: Petzen Hens Jacob hat hert Webern unverschulter dinge uf einer frien straszen oberlaufen und en dar nider geslan und en understanden libes und gudes zu entweldigen. Büdinger buszregister von 1475; dasz sie en sines teiles an dem slosz Ortenberg entweldigen und entweren. urk. von 1418 in Senkenberg sel. 2, 335; als die phaffen klagen, daʒ die burger sie ouch eines weges entweltigen, daʒ sie nit zu iren wingarten kommen konnen. urk. von 1407 in Schannat hist. wormat. 2, 221; das die gemeinde des ungeben menschen entweldigt wurde. weisth. 2, 207; gab im ein solchen streich mit seinem schwert auf den helm, darvon der ammiral der vernunft ein weil entweldigt was. Aimon B 4ᵇ.
2)
später mit dat. der person, acc. der sache: so entwäldige ich heimit Titio sein erbe und bestätige darin Cajum von erben zu erben. Haltaus 349; so wäre sein begehren, dasz er den Heduis, der Römer freunden, die entweltigte bürgen und geisel wider liefern solte. Lehmann speir. chron. 4ᵃ; die land, so er dem reich entwältiget. Zinkgr. apophth. 75, 29. heute erloschen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 645, Z. 59.

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Zitationshilfe
„entwältigen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entw%C3%A4ltigen>, abgerufen am 21.10.2021.

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