Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entwallen

entwallen,
1)
die ahd. bedeutung intwallan defervere, desinere fervere, aufhören zu wallen, intwial deferbuit (Graff 1, 799) findet nicht mehr statt, wie auch die starke flexion wallen wiel erloschen ist.
2)
unser entwallen geht zurück auf ahd. intwallôn, intwallôta und drückt aus dahin wallen, was entflieszen, entschweben:
da er dem altar der erde sich nahte,
höret er seufzer, die fern den hohen gewölben entwallten.
Messias;
ohne panzer entwallt noch der gekrümmte strom.
Overbeck ged. 121;
die sylphen entwallen
des morgenrothes hallen.
Matthisson 147;
ich bin das sonnenstäubchen, ich bin der sonnenball.
zum stäubchen sag ich bleibe! und zu der sonn entwall!
Rückert 327,
anstatt bleib und entwalle! so uneingedenk ist die heutige sprache der alten formen;
ich bin ein wassertropfen
verschlossen im krystalle,
will keiner ihn zerklopfen,
dasz ich ihm frei entwalle?
Platen 11.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 645, Z. 36.

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entgegenneigen entzischen
Zitationshilfe
„entwallen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entwallen>, abgerufen am 21.10.2021.

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