Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entzweisein

entzweisein,
frangi, rumpi, entzweigehen, gegangen sein: mhd.
heiâ nu hei,
nu ist dem videlære sîn videlboge enzwei!
MS. 2, 63ᵃ;
diu mir daʒ hërze hât verwunt
vaste unz ûf der minne grunt,
der ist enzwei. heiâ nu hei,
des fidelæres seite der ist enzwei!
61ᵇ;
sëht umb den trunken bôʒen,
sîn wîsheit ist enzwei.
2, 238ᵃ.
nhd. nun sweigt und laszt ewer geschrei!
der krieg ist nun entzwei.
fastn. 1001, 23;
Madrutz schreibt mir, und ist im hindern entzwei. Schertlins briefe s. 70, ist das eigentlich oder bildlich zu verstehen? hast angst? vgl. 1, 565;
was soll man ferner thun? sie ist nunmehr vorbei,
das liebe schöne kind.   die augen sind entzwei (gebrochen).
Fleming 131;
das band der natur ist entzwei, die alte zwietracht ist los, der sohn hat seinen vater erschlagen. Schiller 136ᵃ;
mord ist jetzt die losung.
der menschheit bande sind entzwei. du selbst
hast sie zerrissen, sire, in deinen reichen.
301ᵇ;
der strang ist mir entzwei. mach mir ihn, vater.
532ᵃ;
das fasz ist entzwei, der wein läuft aus.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 674, Z. 61.

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Zitationshilfe
„entzweisein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entzweisein>, abgerufen am 23.10.2021.

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