Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

efeu, m.

efeu, m.
hedera, s. epheu.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 32, Z. 14.

epheu, n., m.

epheu, n. m.
hedera, κισσός, ein vielgestaltiges, schwieriges wort. ahd. ëbah, ags. ifig, engl. ivy, waran sich scheinbar das eben verhandelte epfich schlösse. bald aber entsprang aus ëbah die form ëbowe, ëbouwe, ëbhouwe, ëbihewe, ëphou (Graff 1, 91), nhd. epheu, früher ebheu (elsäsz. epphau, eppheu), bei Dasypodius 93ᵃ ebhew, bei Frisius 625 und Maaler 95ᵈ ebhöuw, schweiz. äbheu, Denzler 325 ebheu, Henisch 900 ephaw, ephew; erst später epheu, efeu ausgesprochen, in welchem ebheu man anfangs irgend eine, wenig passende zusammensetzung mit houwi, hewe, heu, gras gefunden oder zu belebung des dunkeln ausdrucks gesucht haben musz. epheu klingt wie erdheu, hartheu, schaftheu und sein diphthongischer auslaut wäre sonst unbegreiflich; das eb, ep vor dem heu läszt sich kaum deuten, aber efeu wird völlig nichtssagend und aus dem neutrum männlich. dem lat. hedera, bei Festus edera, it. edera, ellera, sp. hiedra, yedra gleicht das welsche eiddiorwg, eiddew, ir. gal. eidheann, eitheann. da nun beide, hedera und taxus, wintergrün, immergrün bleiben, schiene ir. iuthar, iubhar, iughar, ags. îv, engl. yew, ahd. îwa, nhd. eibe (oben sp. 77) unmittelbar verwandt und man begriffe, wie in glossen bei Diefenbach 194ᵈ epheu und eibe = ags. ifig und îv sich vermischen. danach müsten ahd. ëbah und îba, îwa einer wurzel sein; gundrebe, gundram, hederich, hedera terrestris werden wiederum ebich genannt, so dasz auch eppich, epfich ebendaher, nicht aus lat. apium entsprösse? ilaub, nd. iloof für epheu scheint gekürzt aus iwelaub, eibelaub. Megenberg 321, 23 nennt die edera epaum (für ebpaum?) oder ertpaum, meint aber, dasz er billicher 'slingpaum' heisze, 'wan er slinget sich über al auf die maur oder auf die want, darzuo er sich gesellet und vlichtet sich darein mit gar vil wurzeln'. an die sanskritwurzel i (ire) hat Graff 1, 91 bei dem aufkletternden ëbah gedacht, wie man κισσός zu κίω stellt, und eine nd. nnl. benennung klimop lautet. eine oben sp. 18 gewagte verbindung mit dem adj. ebich, goth. ibuks bleibt gleich unsicher. hier folgen noch einige ältere belegstellen: weltlich wisheit inverwicklet sich mit zeitlichen dingen, als ein spinn in einer spinnenwepp oder ein huͦn in ebhow. Keisersberg post. 3, 65ᵃ;
wir gewinnent wiber gnug uf erden,
lugt nun, das wir der ledig werden.
es henkt sich wie ebheuw an mur.
wurd si dir zu haben sur,
darnach kumpt es dich surer an,
wie du si möchtest wider lan.
Murners gäuchmatt, ed. Scheible s. 1087;
in dem monat sint zum besten ebhäu, cipressen, lorbör. Sebiz 50; zwo hände, so noch umb den sattelknopf als ebhew hart umbgewachsen und eingeschlossen waren. Philand. 2, 36. ich weisz nicht, wer die den laut f herbeiführende schreibung epheu zuerst brauchte, sie begegnet noch nicht bei Fleming, der überall eppich setzt, wol aber bei Butschky Patm. 298, der doch gewis schon vorgänger hatte, Stieler läszt das wort überhaupt ausfallen, Frisch 1, 228ᵇ gibt und neuere dichter lieben es desto mehr: epheu wirft seinen mantel um den thurm;
epheu krönt poeten.
Günther 920;
zu Reutlingen am zwinger, da ist ein altes thor,
längst wob mit dichten ranken der epheu sich davor.
Uhland ged. 420;
als noch kein epheu sich
an das verkrümelte gestein geklebt.
Platen 171ᵇ;
da stehn sie nun in grünen uniformen,
aufs munterste mit epheu decoriert.
Göthe 11, 239;
epheu hat deine schlanke
götterbildung umkleidet.
wie du emporstrebst
aus dem schutte,
seulenpaar!
2, 179;
wenig äpfel trägt er mir nur, der sonst so beladne;
sieh, der epheu ist schuld, der ihn gewaltig umgibt.
und ich faszte das messer, das krummgebogene, scharfe,
trennte schneidend, und risz ranke nach ranken herab.
1, 324;
kaum an dem blaueren himmel erblickt ich die glänzende sonne,
reich, vom felsen herab, epheu zu kränzen geschmückt.
1, 347;
aber ein farbiger kranz um die stirn und doldiger efeu.
Voss Tibull 1. 8, 45.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 678, Z. 1.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
entzifferungskunst erdenstelle
Zitationshilfe
„epheu“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/epheu>, abgerufen am 16.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)