Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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eraber

eraber,
was erab:
wenn ich denn schon eraber fiel,
was kan mir das geschaden viel?
Alberus controfactur B 1ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 694, Z. 60.

erobern

erobern,
expugnare, superare, nnl. veroveren, und von uns entlehnt schw. eröfra, dän. erobre, it. conquistare, fr. conquérir. das ahd. oparôn ist superare und dann auch differre, protendere. nhd. wird der ausdruck sehr geläufig: die kinder erobern was sie understond zu erlangen von irem vatter. Keisersberg paternoster E; wenn du fur einer stad lange zeit ligen must, wider die du stritest, sie zu erobern, so soltu die bewme nicht verderben. 5 Mos. 20, 19; eröberte alle ire flecken und feste stedte. Judith 2, 12; Alexander hat grosze krieg gefürt, die feste stedte eröbert und der Perser könig Darium geschlagen. Macc. 1, 1; eröbert einen groszen raub, vil gold, silber, seiden, purpur und grosz gut. 4, 23; hab Demetrium verjagt und mein erbland wider eröbert. 10, 52; schawet aber, wie grosz ist der, dem auch Abraham den zehenden gibt von der eröberten beute. Ebr. 7, 4; das Gideon solchen sieg erobert. Luther 3, 179ᵃ; wenn wir diese zwei heubtstück eröbern. 3, 366ᵇ; des wil ich mich in got rühmen, das ich in diesem büchlein so viel erobert habe, das kein tropus könne sein ein abendmal. 3, 509ᵃ; das wir got loben und preisen für solchen sieg, welcher heiszt nicht durch uns erstritten noch im kampf eröbert, sondern aus gnaden geschenkt und gegeben. 6, 272ᵇ; ihr habts nu hindurch und den sieg an dem alten drachen erobert 8, 189ᵇ; dann sich die Böhmen mannlich wehreten und eroberten die schlacht. Melanchthons decl. von Sigismundo, deutsch von Lauterbeck bl. 20; und embüt mich mit der geschrift genannte artikel zu beschirmen und erobren. Zwingli 1, 153; wo aber graf Wolfgang keinen männlichen ehelichen leibserben erobern (gewinnen) und hinter sich verlassen würde. Haltaus 403; und also in irer elichen beiwonung andere kind mer elich bei und miteinander erobert und geboren. ebenda; reitend mit eile der statt Troys, ehe sie erobert werd, zu helfen. Aimon b 6ᵇ; und wiewol der Türk nach eroberter hungerischer schlacht wieder anheim, als gesagt wird, gezogen. reichsabschied zu Eszlingen von 1526 §. 9; der nach erobertem sig den stuͦl seins künigreichs dahingesetzt. Frank weltb. 5ᵃ; bis sie in erwürget hetten und den sieg erobert. Agricola spr. 308; mich wil bedunken die beste gab schon gewonnen sei und ritterlich eröbert. Galmy 149; das rächt erobren, die sach behaupten, adipisci judicium, ein urteil oder rächtsspruch von einem rat erobren und erlangen, judicia auferre a senatu. Maaler 115ᵈ; den sig erobren und darvon bringen, victoriam ferre. ebenda; ich hab in im krieg erobret oder gewunnen, eum bello cepi. ebenda; so sich begebe, dasz man ein schlacht, sturm oder scharmützel mit den feinden thun und dasselbig gewinnen oder eröbern würde. Fronsperg 11, 23ᵇ; wenn ihnen gott ein sieg oder glück (gibt), dasz sie ein scharmützel, sturm oder feldschlacht eröbert. 1, 90ᵃ; er hatte viel gelds erobert (gewonnen); dabei ist nichts zu erobern (gewinnen);
all ewere vor eroberte sige.
Weckherlin 858;
darumb magst du die raupen betöbern,
so kanst du noch wol frücht eröbern.
Hohberg 3, 97ᵃ;
als nun die jagd das gebirg und den sperrigen dickicht erobert,
siehe da taumelten hier entstürzt dem felsengescheitel
über den rücken der berge die flüchtigen gemsen herunter.
Bürger 246ᵇ;
durch alle meere setzt
dem räuber nach! erobert euch die schwester.
Schiller 503ᵇ;
man hatte den alten arm der Saale ins trockne zu legen einen durchstich angeordnet ... auch solche anlieger, die im unglauben auf den erfolg des geschäftes die früheren geringen beiträge verweigert hatten, verlangten ihren theil an dem eroberten boden. Göthe 31, 56; die weitläuftigsten, von der baukunst eroberten räume. 39, 187; bis nach dem hügel, dessen ganze seite die cultur auch schon erobert hatte. 43, 165. ich habe mir noch einen platz (im vollen theater) erobert. die anwendung des wortes hat sich allmälich verengt, wir sagen heute nur einen raum, boden, ein land, reich, eine stadt, burg erobern (einnehmen), auch ein herz, ein mädchen, aber nicht mehr einen raub, sieg, eine schlacht, geld, ein kind, erben, früchte erobern, sondern dafür gewinnen. vgl. erkobern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 932, Z. 71.

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Zitationshilfe
„eraber“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/eraber>, abgerufen am 16.10.2021.

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