Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

eralten

eralten,
senescere, veterascere, von menschen, bäumen, sachen, ahd. iraltên:
in jugundi ward si witua,
mit thisû iraltêta.
O. I. 16, 4;
jâr eraltet ze wintere. N. Cap. mhd.
dô Isaac eraltôte,
daʒ gesiune imo tunchlôte.
Diut. 3, 72;
jâ ne wil ich niemer des eralten.
MS. 1, 53ᵃ;
dâ kan von jâren nieman eralten.
MSH. 3, 468ᵐ.
nhd. Iosue was alt und voller alters und der herr sprach zu im, du bist eraltet und langer tag (vulg. senuisti et longaevus es). bibel 1483, 106ᵃ. Jos. 13, 1, wo Luther: du bist alt worden und wol betaget; ich bin eraltet und übergeendes alters (ego senui et progressioris aetatis sum). 110ᵃ. Jos. 23, 2 (bei Luther: ich bin alt und wol betaget); alles fleisch eraltet als das heue und das fruchtber laub an dem grünen baum. Sir. 14, 18; nu bedunkt mich, dieweil ich eralten, so acht man mich nit meher, dann vor einen halben menschen. Aimon s 5ᵇ; ersicht ein einsidels heusgin, fast eraltet. v 4ᵇ; mancherlei trübsal gelitten und ertragen hett und sich nun gar eraltet sahe. Bocc. 1, 111ᵃ; wann ich dann eraltet bin. 1, 305ᵃ; als du mich sihest, eraltet bin. 2, 174ᵃ; sol ich des warten, ich dabei eraltet (senescerem). Bocc. 1535, 127ᵃ; und sich nun gar eraltet sah (già vecchio veggendosi). 47;
wann der leim eraltet
am bolz, die feder erst stark haltet.
Fischart ehz. 7;
éin wein ist besser, wann er erältet, der ander aber ist besser neu oder aber im most zu trinken. Sebiz 511; welche bletter, so sie ein wenig basz eralten, was grüner seind. Thurneisser infl. wirk. 25; den uber die 25 jahr eralteten weibsbildern. nothgedr. ausschr. 3, 107;
denn wer mit huren will haushalten,
wird arm aus reich, musz jung eralten.
Philand. 1, 468;
zeit, die du
machst, dasz all augenblick auch wir mit dir eralten.
Rompler 5;
Cicero saget, das ein ides übel bei seinem ursprunge leichtlich unterzudrucken, wann es aber eraltet, werde es zu stark. Butschky kanzl. 422; wann der husten eraltet, ist er gewislich als eine der beschwerlichsten krankheiten zu heilen, Hohberg 3. 2, 208ᵇ. heute gleich dem einfachen alten fast ungebraucht und durch alt werden umschrieben.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 696, Z. 1.

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Zitationshilfe
„eralten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/eralten>, abgerufen am 28.10.2021.

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