Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erathmen

erathmen,
anhelare, schwer athmen, aufathmen, einathmen:
nun schon wieder
den erathmenden schritt
mühsam berg hinauf.
Göthe 2, 68;
du flehst erathmend mich zu schauen,
meine stimme zu hören, mein antlitz zu sehn.
12, 34;
ein junger mensch, ich weisz nicht wie,
verstarb an der hypochondrie
und ward denn auch begraben.
da kam ein schöner geist herbei,
der hatte seinen stuhlgang frei,
wie ihn so leute haben.
der setzt sich nieder auf das grab
und legt sein reinlich häuflein ab,
schaut mit behagen seinen dreck,
geht wol erathmend (al. erathmet) wieder weg
und spricht zu sich bedächtiglich:
der arme mensch, er dauert mich,
wie hat er sich verdorben!
hätt er geschissen so wie ich,
er wäre nicht gestorben.
als Nicolai die freuden des jungen Werthers geschrieben hatte, vgl. Göthe 26, 232;
keine kühlung war da zu erathmen
in den nächtigen lüften.
Rückert 67.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 698, Z. 35.

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Zitationshilfe
„erathmen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erathmen>, abgerufen am 26.10.2021.

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