Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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allererbärmlichst

allererbärmlichst:
das allererbärmlich - langweiligste ding von der welt.
Klinger 11, 241.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1852), Bd. I (1854), Sp. 222, Z. 67.

erbärmlich

erbärmlich,
miserandus, miser, miserabilis,
1)
erbarmen weckend, kläglich: es war beides erbärmlich, das das volk untereinander so gar erschrocken und der hohepriester so engstig war. 2 Macc. 3, 21; denn deine knechte haben beheglich gemacht die steine derselben und haben erbermlich gemacht die erden derselben. Luther 1, 35ᵇ; darum lerne hie an diesem der zu Löven erbermlichen exempel. 8, 383ᵇ; so will ich zu erbärmlicher (mitleidiger) bewegung der menschen gemüter hienach ein kurzen begrif setzen. Fronsp. kriegsb. 3, 176ᵃ; unter den gemählden gefiel mir nichts besser als ein ecce homo wegen seiner erbärmlichen darstellung, mit welcher es die anschauer gleichsam zum mitleiden verzuckte. Simpl. K. 145; dasz dieser heilige mann so viel aus liebe zu gott ausgestanden habe, dasz ihr seine geschichte erbärmlicher vorkomme, als viele der übrigen. Göthe 16, 278; die erzählerin versicherte nochmals, indem sie ihre augen trocknete, dasz sie eine erbärmlichere geschichte nie gehört. 16, 282; dann entsteht das erbärmliche leere gefühl des todes in uns. 18, 119; ein erbärmliches gesicht machen.
2)
untauglich, unnütz: ein erbärmlicher kerl, ein erbärmliches essen; eine erbärmliche übersetzung;
bist doch ein ehrlos erbärmlicher wicht,
ein deutsches mädchen küst dich nicht,
ein deutsches lied erfreut dich nicht,
und deutscher wein erquickt dich nicht.
Th. Körner.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 704, Z. 5.

erbärmlich, adv.

erbärmlich, adv.
1)
fast blosze steigerung des begrifs wie abscheulich, entsetzlich, erschrecklich, ungeheuer: fienge sie erbärmblichen an zu klagen und weinen. buch d. l. 247, 4; das aber musz ich ihnen sagen, dasz ich auf meiner ganzen reise recht erbärmlich (zum erbarmen) krank gewesen bin. Gellert 4, 172; ich sehe das mädchen, itzt reibt sie sich die augen und zwar erbärmlich. 4, 184;
ach die lippe, die so manche freude
sonst genossen hat und sonst gegeben,
ist gespalten und sie schmerzt erbärmlich.
Göthe 2, 96;
hustet erbärmlich. Lenz 1, 307; schrien erbärmlich. J. P. Fibel 13; wie er sich da so erbärmlich abquäle. flegelj. 1, 10; erbärmlich schön hat Brockes 3, 699;
öiz fanga die drei gselln dau
erbärmli zlachn oh.
Grübel 2, 64.
2)
elend, schlecht: er benahm sich erbärmlich; die probe fiel erbärmlich aus und der esel ward ausgelacht. Lessing 1, 131; weil er so erbärmlich spielte. J. P. uns. loge 7.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 704, Z. 30.

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Zitationshilfe
„erbärmlich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erb%C3%A4rmlich>, abgerufen am 06.12.2021.

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