Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erbarmnis, erbärmnus, f. und n.

erbarmnis, erbärmnus, f. und n.
misericordia: war also kläglich, dasz menniglich ein erbärmnus mit inen hett. b. d. liebe 220, 2; ich danke gott dem allmächtigen der groszen erbärmnus und gnaden. 269, 2; dasz so viel erbärmnus mit dem gehabt ist worden. Paracelsus 2, 239ᵇ; die kranken haben der erbarmnis gottes begert. Reiszner Jer. 1, 65ᵃ; die wirtin hett heimlich erbarmnus mit diesem frembden. Kirchhof wendunm. 137ᵃ;
zeuch, o herr, dir zu gemüte
dein erbärmnis jederzeit.
Opitz ps. 48;
daferne meine noth dich zur erbarmnis bringet.
Hofmannswaldau getr. schäfer s. 13;
ist das erbarmnis ganz gestorben?
s. 64;
wie ihr mit ihm ein erbarmnis gehabt. von Birken Marg. 230; sahe mich an als einen elenden, mit dem man ein groszes mitleiden und erbärmnus trägt. Simpl. vogeln. 2, 25; dasz sie das ganze himmlische chor zum mitleiden und erbarmnis bewegen können. ped. schulf. 219; werdet ihr anders die erbarmnüs in eurer sele empfinden. Butschky kanzl. 200;
nehmt mirs nicht übel, junger herr, es ist,
weisz gott, die pure liebe und erbarmnis.
Schiller 589ᵃ.
in einigen der angezognen stellen scheint erbarmnis ein heimliches einverständnis auszudrücken, was auch sonst in mitleid mit einem haben, sich über einen erbarmen liegt, vgl. mitleidige, barmherzige schwester.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 704, Z. 53.

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Zitationshilfe
„erbarmnis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbarmnis>, abgerufen am 15.10.2021.

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