Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erbarmung, f.

erbarmung, f.
dasselbe: auch war unter ihnen gar keine erbarmung. buch d. l. 10, 2;
auch die die vormals wol beschimpften seine macht
hat der betrübte fall in tief erbarmung bracht.
Gryphius 1, 291;
zum flehen wandte sich der unglückselge knabe,
und sagt, durch deinen gott erbarmung mit mir habe.
Werders Ar. 19, 11;
ward er gegen ihn mit so innerlicher erbarmung bewogen. pers. baumg. 1, 97;
auch ein verdienter fall flösz uns erbarmung ein.
Hagedorn 1, 97;
sie werden uns mit erbarmung ansehn, dasz wir uns mühe genommen haben. Lessing 3, 28; endlich werde ich erbarmung mit ihnen haben müssen, herr pastor. 3, 420; barmherzigkeit und erbarmung unterscheidet Logau in der aufschrift des 23 sinngedichts im V buche. erbarmung ist ihm das blosze unangenehme gefühl, welches wir bei der pein eines andern empfinden, barmherzigkeit aber ist ihm weit mehr, nemlich die thätige bemühung eines andern pein zu wenden. 5, 307 (umgekehrt, erbarmung drückt mehr das handeln, barmherzigkeit die gesinnung aus);
siehe der engel gekrönte thaten, die freuden der engel
sind uns zählbar, allein die folgen der groszen erlösung,
gottes erbarmungen nicht.
Messias 1, 388;
komm, sei gegrüszt in deinen erbarmungen, gottmensch, mittler!
2, 60.
vgl. 2, 562. 9, 221. 10, 440; mitleiden, innige tiefe erbarmung flöszte sie mir ein. Göthe 10, 101.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 705, Z. 1.

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Zitationshilfe
„erbarmung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbarmung>, abgerufen am 27.11.2021.

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