Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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erbeiszen, praet.

erbeiszen, praet.
ahd. irpîʒan (Graff 3, 239), mhd. erbîʒen, ags. âbîtan.
1)
mordicus frangere, aufbeiszen: eine nusz erbeiszen; mhd.
ër sprach, dâ muostu bœser nuʒ
von mir noch hiute erbîʒen.
GA. 2, 303
nhd. das harte brot ist nicht zu erbeiszen.
2)
morsu necare, todt beiszen, von thieren:
mhd. Reize wil dich erbîʒen.
Reinhart 1134;
nhd. ob sichs machte, das meins hern von Meinze hunde ein gans boben dem wasser erbissen. weisth. 3, 336; der wolf wirt von den hunden erbissen. Meurer forstg. oberherlichkeit 1561. 89ᵃ; der fuchs hat die hüner erbissen;
der tod hat den alten erbissen.
H. Sachs III. 1, 262ᵃ;
hat dich ein thier erbissen,
dasz du auf Ida jetzt von vogeln wirst zerrissen.
Opitz 1, 228;
ein junger hirte war zu schreien oft geflissen,
'kommt, brüder, helft, der wolf hat mir ein schaf erbissen'.
Tscherning 254;
nachdem das waldschwein auch den buhlen dir (Venus) erbissen,
hat eines jährlich dir geschlachtet werden müssen.
Lohenstein auserl. ged. 1, 265;
von wölfen erbissene schafe. Arm. 2, 197; wo mehrere poetische bologneserchen, die alle mit epigrammchen trächtig gehen, um solch eine grosze, finstere dogge herumklaffen, die eines nach dem andern erbeiszt. Ernst Wagner.
3)
bergmännisch: das gestein hat ihn erbissen, getödtet; sich die festen knauer erbeiszen lassen, wegen härte des gesteines von der arbeit ablassen, gleichsam wegbeiszen lassen.
4)
figürlich, wie lat. mordere, quälen, martern: es erbeisz sie und verdrosz sie. Keisersberg post. 2, 18. Stieler 129 hat die bedeutung altercando consequi.
5)
sich erbeiszen, herum beiszen: wie dann des Martis hitzige und truckene natur sich mit der krebsischen kelte und feuchte erbeiszet. Thurneisser infl. wirkungen 105; zu beiden backen wie ein cartheuserisch klosterkatz sehr magistraliter sich erbissen und erdisputiert haben. bienenk. 89ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 714, Z. 10.

erbeiszen, praet.

erbeiszen, praet.
mhd. erbeiʒen, das pferd beiszen, bîʒen, weiden, fressen lassen, also davon niedersteigen, absteigen, s. 1, 1402 und mhd. wb. 1, 192ᵇ, aus der transitiven bedeutung gieng wieder eine intransitive hervor. längst ausgestorben.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 714, Z. 47.

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Zitationshilfe
„erbeiszen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbeiszen>, abgerufen am 18.10.2021.

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