Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erbfall

erbfall,
1)
m. hereditas, quae alicui obvenit, anfall einer erbschaft: den erbfall antreten. Frankf. ref. 6, 1, 4. 6, 2, 1; denen ein erbfall auferstirbt. 6, 2, 4; aber die güter soltu darein tragen, die du mit nützlicher arbeit oder durch recht erbfall uberkommen hast. Keisersb. schif der pen. 102ᵃ; Esau verlor durch ein linsenmuos die gerechtigkeit seins erbfals; Cotilas besasz die statt Caurisien in Italien durch rechten erbfall. Fronsp. kriegsb. 3, 153ᵃ; gesatz von erbfällen, lex falcidia. Frischlin nomencl. 436; hat mich Balthasar Reder zum beistand gegen dem Jauer (hin nach Jauer) erbeten wider seinen vetter wegen eines erbfalls. Schweinichen 3, 20;
ein jeder sich desselben nehrt,
was ihm von erbfall wird beschert.
Wolgemut Es. 2, 364;
du einig nur erhältest, herr mein heil,
den erbfall mir, das gut, so ich empfange.
Opitz ps. p. 31;
daher sobald sie die welt gesegnete, bekamen die freiherrn von Biberan den rittersitz Ossig wieder als einen rechtmäszigen erbfall. Lucä denkw. 308; würde diese (rechtswissenschaft) so viel erbschaften theilen, wenn jene (die arzneiwissenschaft) nicht für erbfälle sorgte? Sturz 1, 206.
2)
im deutschen recht auch für sterbfall, baulebung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 719, Z. 15.

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Zitationshilfe
„erbfall“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbfall>, abgerufen am 20.10.2021.

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