Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erbgrind, m.

erbgrind, m.
porrigo: schüppechtige raud zwischen den härlin des haupts, barts oder augbrawen. Dasypodius 190ᵃ. 293ᵃ; schellwurzsaft mit wein und öl, jedes gleichviel durcheinander gemischt, vertreibt den erbgrind, das haupt zum oftermal damit gesalbet. Tabernaem. 105; eine frauw, die hette den erbgrind lang gehabt. Frey garteng. cap. 79; nun hett aber der eine den erbgrind, der ander war sonst reudig. wegkürzer 17ᵇ;
jedoch so lasz ich mich nicht gern
so kahl als wie ein narrn beschern,
und als wenn ich hett den erbgrind.
Ayrer fastn. 46ᵇ;
ich sahe sonderlich einer veralten groszmutter zu, wie sie aus meel, eierklar, hirn, blut und grünspan eine mixtur zurichte und einem knaben einen erbgrind daraus machte, nachdem sie ihm zuvor den alten bis auf die gesunde haut abgewaschen und den haarboden auf ein neues der gehörde nach abgeschoren hatte. 'so mein kind', sagte sie, 'du hast warhaftig jetzund so einen schönen grind, dasz man ihn nicht natürlicher mahlen könte!' Simpl. vogelnest 1, 3; erbgrind und podigra. Fuchsmundi 295; wider den erbgrind soll man grundeln in maibutter sieden und den grind damit schmieren. Hohberg 2, 508ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 721, Z. 22.

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Zitationshilfe
„erbgrind“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbgrind>, abgerufen am 16.10.2021.

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