Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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erbeben

erbeben,
intremiscere, ahd. irbibên, irbibôn und irbibenôn (Graff 3, 21), mhd. erbiben:
dâ von daʒ vëlt begunde erbiben.
Wh. 396, 2;
ir hërze erbibete und alle ir lider.
Trist. 321, 26.
1)
heute nur intransitiv:
diesem erbeb ich im herzen und ängste mich was ihn betreffe.
Od. 4, 820;
mehr als ein blutger tod macht es mein herz erbeben,
wenn unsichtbarer hauch verweht ein menschenleben,
wenn übers angesicht das spiel vom letzten schmerze
hinzittert wie der rauch der ausgelöschten kerze.
Lenau neuere ged. 40.
oft schon bei Luther: da das die völker höreten, erbebeten sie. 2 Mos. 15, 14; also das das land erbebet. 1 Sam. 14, 15; solt sich doch der himel dafur entsetzen, erschrecken und ser erbeben. Jer. 2, 12; das das land erbebe und erschrecke. 51, 29; das auch die anfurt erbeben werden. Ez. 27, 28; und die erde erbebete und die felsen zurissen (goth. jah airþa inreiraida jah stainôs disskritnôdêdun). Matth. 27, 51.
2)
im 17 jh. galt aber ein transitives erbeben, tremefacere:
der erdkreisz selbs wirt oft erböbet
und ab des herren stim trostlos.
Weckherlin 128;
wan schon das erdreich und das meer
vermischend sich erhöben
und gleichsam als zwai wilde heer
die ganze welt erböben.
168;
und den grund erböbet bald der dunder.
628;
erbebend donnerschlag!
Lohenstein Cleop. 112, 307;
nachdem unser groszer cederbaum nicht ohne erbebenden donnerknall in stücken zerfallen. Arm. zuschrift; dieser fienge an jämmerlich zu schreien und sich grausamlichen zu erbeben. Philander 1, 15. vgl. erbiben, erbidmen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 712, Z. 33.

erbeben, n.

erbeben, n.
tremor:
fühlst du nicht? des grunds erbeben
droht es, bruder, mir und dir?
Lessing 1, 80;
durch meine adern rann kaltes erbeben. Klinger 2, 117.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 712, Z. 65.

erbiben

erbiben,
was erbeben: das erdrich hat sich erbibet. Melanchthons hauptart. der heil. schr. verdeutscht o. j. u. o. bl. 50.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 722, Z. 36.

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Zitationshilfe
„erbiben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbiben>, abgerufen am 15.10.2021.

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