Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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erbidmen

erbidmen,
tremere, gleichviel mit dem einfachen bidmen (1, 1810), mhd. wb. 1, 115ᵃ, Frisius 1, 1327ᵇ, Maaler 108ᵃ: du gloubst das ein got ist, wol tuͦst du daran, und die bösen geist gloubent es ouch und erbidement. Keisersb. selenparad. 106ᵃ; wenn aber der schuͦmacher oder der pfifer ire handwerk nit künden, noch nit gewont hetten die zuͦ thuͦnd, so wer inen gar angst und erbidmeten dar gegen. bilger 150ᵇ; wenn ein glid von dem leibe abgescheiden wirt, so erbidmet der ganz leib. pred. 112ᵇ; das erdrich erbidmet und die stein zerspieltent. post. 2, 95ᵇ; aber er todt inen des stichs nit, sonder gab im mit seim schwert als harte streich auf seinen helm, das er im die zene im mund thet erbidmen oder wagen. Aimon k 1ᵃ; ranten als neidigklich auf einander, das man bedaucht, das feld erbidmet under inen. p 1ᵃ; sein pferd lief wie der wind, thet auch die erd under im erbidmen. q 4ᵇ; und fiel so ungestümiglich ernider, dasz das erdrich unter ihm erbidmet. buch der liebe 274, 1; es musz alles erpidmen und erzittern. Hans Jacob Velr. Regensb. 1525 bogen f; wer solt nicht erbidmen, wann er sicht, das der kirchenstand eben dem israelitischen reich gleich ist? Melanchthons annot. zum Römerbrief verdeutscht. 52;
auch hat erbidmet das erdrich.
H. Sachs III. 1, 220ᵈ;
man tet die maur zerschieszen,
das erpidmet in der stat.
Uhland 458. Hildebrand 46;
ich wil schreien, das es als erbidmet. Manuel s. 428; aber der geist, der mehr ist als der leib, denselbigen frewrt, derselbige erzittert und erbidmet den ganzen leib. Paracelsus 1, 548ᵇ; und ist dieses die ursach, dasz ein jeder schusz, der wider die maur also wagrecht antriffet, am allermeisten durchaus in solcher mauren gemerkt wird, also dasz er die mauren gar nahe ganz und gar erbidmet und erweget. Fronsperg kriegsb. 2, 26ᵃ; er macht, das die erde erbidmet von seinem wort. Reiszner Jerus. 1, 89ᵃ; in seiner gegenwärtigkeit hat die erd erbidmet. 2, 116ᵇ; die erd erbidmet, so der herr hindurch gehet. 2, 117ᵃ;
die erd erbidmet ser.
Melissus ps. F 6ᵇ;
und rennten
die rosse spornend auf einander los,
so mächtig, dasz die erde unter ihrem stampfen
erbidmete.
Wieland 18, 18;
ob sich schlachten widmet
euer brüderheer,
ob die erd erbidmet,
euch (todte) erschreckt nichts mehr.
Joh. Chr. Fr. Haug.
transitiv für tremefacere nur in den stellen von Paracelsus und Fronsperg.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 722, Z. 40.

erbidmen, n.

erbidmen, n.
tremor: und hest ouch kein erschütten und erbidmen gegen dem tod, wenn er kümmet und dich erledigen wil. Keisersberg bilger 150ᵇ; ein heftig grosz erbidmen. Garg. 285ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 723, Z. 3.

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Zitationshilfe
„erbidmen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbidmen>, abgerufen am 22.10.2021.

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