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erbleichen, praet.

erbleichen praet
pallescere, erblassen. das ahd. erblîchan hatte noch, gleich dem einfachen blîchan (2, 97) die bedeutung von splendere, resplendere, das mhd. erblîchen nur die von pallescere, verbleichen:
vil hart er irbleich.
fundgr. 2, 25 = Diut. 3, 58;
dô truoc dër starke Parzivâl
ninder müede lit noch erblichen mâl.
Parz. 693, 2;
erblichen was sîn varwe.
Nib. 928, 1;
sîn varwe was erblichen.
2006, 1;
und nicht anders ist das nhd. wort stets privativ,
1)
vom schwinden der farbe gebraucht:
die leublein sein all erblichen.
Uhland 45;
und da ich nichts ersach,
ward ich sogar erblichen.
gesellsch. lieder s. 15;
wie die rose mit Auroren
jetzt im silberthau geboren,
jetzt Auroren gleich erbleicht.
Herder.
2)
vom erblassen sterbender:
er ist erblichen, ligt daniden,
ich glaub warlich er sei verschieden.
H. Sachs III. 3, 72ᵈ;
nach glücklich eingenommnem maht
erwägt er seine liebesqual
und will nunmehr durch gift erbleichen.
Hagedorn 3, 33;
wenn ehemals zu Rom ein kaiser war erblichen.
Wernike s. 63;
und du lagst ein erblichener leichnam.
Voss.
3)
abstract für vergehen, entweichen:
es höre der staatsmann des lieds warnungen,
sobald es die todten erweckt und erblichener zeit groszthaten
tiefsinnig und feierlich wälzt.
Platen 133ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 729, Z. 76.

erblich

erblich
hereditarius, ererbt: erblich gut. weisth. 3, 580; erblich feber oder kaltwee, contagiosa febris, erbliche krankheit durch anschouwung eines anderen, contagio aspectus. Maaler 108ᵇ;
sölch straf der sünd und erblich gift
ist wol beweret dürch die schrift.
Schwarzenberg 157, 2;
wenn der fürst seiner söne einem ein geschenk gibt von seinem erbe, dasselb sol seinen sönen bleiben und sollen es erblich besitzen. Ez. 46, 16;
eh uns der sünden schmach in Eden erblich ward.
Logau 2, 65, 58;
ich halte zwar nicht viel von erblichen geschichten,
jedoch ich will davon, was ich gehört, berichten.
Rost schäfererz. 13;
erbliche armut; der geiz ist in diesem geschlechte erblich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 731, Z. 1.
Zitationshilfe
„erblich“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erblich>, abgerufen am 18.02.2020.

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