Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erbrennen

erbrennen,
1)
incendere, entzünden, entbrennen: wenn dich also zorn ankumpt, so still dich selber mit vernunft und betracht die unussprechliche, gütige, sanftmütige und allererbranteste lieb Jesu Christi. Keisersb. bilger 17ᶜ; wenn so vil sie mer erbrant sint und desglichen enzündt werden von dem füer der hitzigen lieb zuͦ got. 33ᵈ; durchglest und erleuchte uns mit dem ewigen gotlichen liecht und erbrenn uns mit ewiger frolicher lieb. Hans Jacob Velr eᵇ; entzund, erprenn, erman, erinner und lere mich. cc 2ᵇ.
2)
intr. incendi, inflammari: der könig von zorn in seinem angesicht erbrann. buch der liebe 245, 3; wie soll da gottes gerechter zorn nicht uber uns unausleschlich erbrennen? Geo. Scherers kunst und wundsegen. H 3; du wollest einst die fleischlich verführischen wollüsten in betrachtung der daraus erbrennenden ewigen pein bei dir dämpfen. Butschky kanzl. 746;
all derer angesicht erbrandte gar vor liebe.
Brehme L 4ᵇ (für erbrann).
heute ungebräuchlich, warum aber sollte sich nicht sagen lassen das feuer erbrennt = entbrennt? s. erbrinnen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 737, Z. 30.

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Zitationshilfe
„erbrennen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbrennen>, abgerufen am 20.10.2021.

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