Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erbsünde, f.

erbsünde, f.
peccatum originale: und die seel ist verwüstet durch die erbsünd der vereinung halb mit dem leib. Keisersberg christl. künigin aa 2ᵃ; er hat sich lassen beschneiden, welche beschneidung ufgesetzt ist worden für die erbsünd, die wir har haben von unsern eltern Adam und Eva, die von dem öpfel geschleckt haben. s. d. m. 16ᵃ; Augustin, der vertheidiger der erbsünde, der schon im kinde und in seinem weinen die spuren der künftigen wirklichen sünde wahrnimmt. Schlosser weltg. 4, 593; da ich ihn (den pabst) aber vor dem altare sich nur hin und her bewegen sah, bald nach dieser bald nach jener seite sich wendend, sich wie ein gemeiner pfaffe gebärdend und murmelnd, da regte sich die protestantische erbsünde, und mir wollte das bekannte und gewohnte meszopfer hier keineswegs gefallen. Göthe 27, 205; eine von den schwestern war noch ein hübsches stückchen erbsünde und hätte wol einen ehrlichen kerl etwas an die sechste bitte erinnern können. Seume.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 741, Z. 57.

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Zitationshilfe
„erbsünde“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbs%C3%BCnde>, abgerufen am 21.10.2021.

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