Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erbsenmus, n.

erbsenmus, n.
erbsenbrei, eine fastenspeise: also sint etlich menschen glich einer atzlen, sie haben wisz und schwarz fedren. im advent so hant sie wisz fedren, ein erbsenmuos, sie dienen got gar ernstlich. nein, es ist ietzund ein heilige zit, man sol got dienen. aber zu vasznacht was geschicht? denn wachsen in schwarz fedren, denn kochen sie gerstenmuos, das ist sie thuͦnt böse werk, sie dienent der welt, 'ee (= eh, s. die zu sp. 35 aus demselben bilger 176ᵃ mitgetheilte stelle), es ist vasznacht, wir sollent ouch frölich sin, solt ich nit ouch zuͦ minen guͦten fründen gon?' und denn machen sie ein denzli, und dienen recht der welt ouch ein wenig. Keisersberg bilger 41ᵃ; wie der kalkopf keiser Carus, der den Persern, weil sie kein erbsenmus mit ihm aus dem hafen essen wolten, tröwet, ihnen alle äcker, feld und wäld glatter und ebener zu machen, dann sein kaler scheitel were. Garg. 211ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 740, Z. 12.

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Zitationshilfe
„erbsenmus“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbsenmus>, abgerufen am 22.10.2021.

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