Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erbtheil, m. und n.

erbtheil, m. und n.,
pars hereditatis, hereditas, ein häufig vorkommendes wort, nnl. erfdeel, schw. arfvedel, dän. arvedel:
frau Alheit wurd gar zornig werden,
verlurs irn hof mit solchen geverden
und solt von irem erbteil scheiden.
fastn. 480, 7;
hie bin ich und die schwester mein,
die ist ein hur und wil doch ie
geleichen erbteil haben hie.
531, 22;
findt ir des nit, so laszt mir nemen
mein erbteil und alles das ich hab.
532, 6;
der galing (galge) ist dein erbteil.
993, 3;
welche du aber nach inen zeugest, sollen dein werden und genent werden wie ire brüder in irem erbteil. 1 Mos. 48, 6; wie fein hastu uns bracht in ein land da milch und honig innen fleuszt und hast uns ecker und weinberge zu erbteil gegeben. 4 Mos. 16, 14; das er schwur ich solt nicht uber den Jordan gehen noch in das gute land komen, das dir der herr dein got zum erbteil geben wird. 5 Mos. 4, 21; und gab im kein erbteil drinnen auch nicht eines fuszes breit. apostelg. 7, 5; durch welchen wir auch zum erbteil komen sind (goth. in þammei hlauts gasatidai vêsum). Eph. 1, 11; und danksaget dem vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem erbteil der heiligen im liecht (aviliudôndans attin, saei laþôda izvis du dailai hlautis veihaizê in liuhada). Col. 1, 12; so kerent doch all mein erbtheil auf meine brüder. Aimon v 6ᵇ; ich habe ein erbtheil des propheten gefunden, nemlich weisheit. pers. rosenth. 3, 3;
die heiden, deren groszer mut
nichts dann was sie gut dünket thut,
will ich dir für dein erbtheil geben.
Weckherlin 5;
und da der schickung zorn, wie in mein erbtheil, brannte.
Günther 1122;
spricht er zu ihr nur von geduld,
und wie seit Evens näscherei
der weiber erbtheil leiden sei.
Hagedorn 2, 107;
und neugier, liebe neugier ward
mein erbtheil siebenfach.
Gotter 1, 239;
deshalb erweitr ich gleich jetzt des besitzthums grenzen
vom erbtheil jener, die sich von uns abgewandt.
Göthe 41, 291;
dieses (das vaudeville) ist das erbtheil der geselligen Franzosen, worin sie sich von jeher überschwänglich ergiengen. 46, 331; den staaten ist wie den einzelnen menschen vom schicksal ein bestimmtes alter angewiesen, über dessen ziel hinaus schwäche und kränklichkeit ihr erbtheil werden. Schlosser weltg. 4, 297.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 742, Z. 15.

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Zitationshilfe
„erbtheil“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erbtheil>, abgerufen am 14.10.2021.

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