Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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erdappen

erdappen,
deprehendere, mit dem fusz betreten, ertappen, erwischen: hast du deine tittel mit der that und werken, sol es dir billich ein groszer last sein. hastu sie aber erdappet und bist nit der man darnach mit kunst gefaszt, so ist es dir ein scham und schand. Petr. 43ᵇ;
thut endlich ir einen erdappen,
der glat in seinen kleidern gieng.
H. Sachs IV. 3, 72ᵈ;
sprach, der esel den ich hat erdapt,
hat menschenhand und füsz gehabt.
IV. 4, 65ᵈ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 745, Z. 60.

ertappen

ertappen,
deprehendere, ergreifen, erhaschen, erwischen, betreten, Stieler 2257, oft mit den praep. bei, auf, über, in:
fleuch, ee du von mir wirst ertapt.
fastn. 478;
ein kaufmann hetten sie erschnapt
und in dem finstern wald ertapt.
Wickram pilg. bl. 58;
der kindleinfresser wolt uns haben erdabt,
so hat ihn der könig erschlagen.
Ayrer 257ᵃ;
sonsten die euch anhangen rund,
sollen mehr nicht ertappen,
als beim Aesopo beschach dem hund,
da er nach dem schein thet schnappen.
Soltau 458;
das ich kein beut kan mer erdappen.
H. Sachs I, 232ᶜ;
ich hab in bei eim ohr erdapt.
III. 3, 79ᵇ;
das ich ein rausch drüber ertabt.
Ferber armbr. C 2ᵃ;
heint spät auf braunen rappen
der mon in starkem lauf,
gunnt mitternacht ertappen,
mit ernsten triebe drauf.
Spee trutzn. 39 (40);
katzen, die auf nichts so eifrig sinnen als mäuse zu ertappen. pers. baumg. 4, 23; ich hatte aber meine sackpfeife kaum aufgeblasen, da erdappte mich einer aus ihnen beim flügel. Simpl. K. 40; endlich fügete sich nun, dasz der heimbürgel das folgepferd bei den ohren erdappete. pol. maulaffe 102; und solches gern verschwiegen hätte, wenn ihn nicht andere dabei ertappt und sein gewissen geschärft hätten. Felsenb. 1, 52;
hättest du mit krummen ränken nach des nachbars gut geschnappt,
hättest du wol auch, wie mancher, Naboths weinberg leicht ertappt.
Günther 866;
herr henker, gute nacht, ihr solt mich nicht ertappen.
1039;
als ob man ihn bei einem hochverrath
unmittelbar ertappet hätte.
Wieland 4, 223;
beschämt, als hätte ihn
sein feind bei einer that, die keine fremden leute
zu zeugen nimmt, ertappt.
9, 46;
schade, dasz ich über diese lüge sie ertappen musz. Lessing 1, 168; vorhin ertappte sie mich auf eitelkeit, jetzt auf eigenliebe. 1, 564; wird ein streitender ertappt, dasz er unter seinem schreibzeuge knüttel oder keule versteckt liegen habe, so wird er auf ein jahr landes verwiesen. Klopstock 12, 40; erfindung hat augen, fund ertappts. 51; die strafe hinkt dem verbrecher nach, bis sie ihn ertappt. Kant 5, 333; einen herrn von Leibnitz auf fehlern ertappen. 8, 10; beweise, die euch auf eurem eignen geständnisse ertappen. 8, 227; wenn ich dich nur auf einer spur von untreue ertappe. Fr. Müller 3, 327; man hat ihn auf frischer that ertappt;
und das bübchen war ertappt.
Göthe 3, 34;
und doch tadelt ihr mich mit recht, o mutter, und habt mich
auf halbwahren worten ertappt und halber verstellung.
40, 270;
wer was besseres will als er hat, der ist ganz starblind, ja ja! lacht nur, er spielt blinde kuh, er ertappts vielleicht, aber was? 17, 24; ich tadle mich nicht, wenn ich mich auch in dieser eigenheit ertappe. 20, 19; ja, aber die klugheit nicht vergessen. sie haben sich heute übel ertappen lassen. Schiller 635ᵇ; dasz er nichts recht ertappt habe. Fichte nachg. werke 1, 132; Albano ertappte darin (in der vorübereilenden sänfte) im vorübereilen nur einen scharfen, gleich einem dolche gezognen blick. J. P. Tit. 2, 25. zu bemerken Lessings acc. nach über. s. tappen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1027, Z. 68.

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Zitationshilfe
„erdappen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erdappen>.

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