Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

erdauern

erdauern,
1)
intr. wie das einfache dauern, ausdauern, mhd. dûren (wb. 1, 406):
2)
tr. perferre, ertragen:
ach wie sol danne daʒ alter,
lât siu nicht ab, ir ungenâde erdûren?
Laber 167.
3)
tr. scrutari: erdauren ist erforschen und ergründen. Helber C 5ᵇ; fleiszig erforschen und erdauren. Frisius 429ᵃ; erdauren, fleiszig nachsinnen. Maaler 108ᵈ; auch das allerminst oder schlächtist erdauren und härfür suͦchen, consectari etiam minutissima. ebenda; man erdauret die sach ernstlich, calent judicia. ebenda; erkundigen oder erdauren die warheit. 91ᶜ; erschinend die wunderwerk gottes, so man ire natur und gelegenheit erduret. Bullinger der alt gloub A 5ᵃ; und erduret uf welche zit ... der geist Christi ... dütete. G 1ᵇ;
wir wern dahin eilends gefahrn
und hetten alles recht erfahrn,
das ort recht bsehen und erdurt,
wo man es oben hat umbgmurt.
Berchtold redivivus 31.
diese bedeutung flieszt aus der ersten, wer über etwas dauert, stand hält, lernt es genau kennen. heute in allen drei verwendungen auszer gebrauch.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 746, Z. 21.

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Zitationshilfe
„erdauern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erdauern>, abgerufen am 20.10.2021.

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