erdscholle m. und f
Fundstelle: Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 780, Z. 39
gleba, schon ahd. schwankt das geschlecht zwischen scollo und scollâ (Graff 6, 478). hier sind belege für beide geschlechter, doch bleiben einzelne stellen ungewis: wenn diu jungen rephüendl sich fürhtent, daʒ man si vâhen well, sô hebent si die ertschollen auf mit irn füeʒen und verpergent sich darunder. Megenberg 215, 26;
erdschollen und auch mist
wirft ein weib das zornig ist.
Ring 54ᵃ, 20;
warfen mit knütteln und mit steinen,
mit erdschollen und hartem leimen.
froschm. Z 6ᵇ;
mir dem verfluchten erdschollen. Keisersb. bilg. 53ᵇ; ich gehöre nicht dem erdschollen, den ich mein vaterland nenne, ausschlieszlich an. Wieland 3, 404; sie sind geschäftig und ein erdschollen ist ihnen viel werth. Göthe 16, 232; wodurch sie den erdschollen, der sie anzog, unter sich abstoszen. 25, 121; gegen ende des jahrs erlebte ich das glück mein verhältnis zu den erdschollen von Rosla völlig aufgehoben zu sehen. 31, 163; Mailand, wo die traube und die olive oft auf éiner erdscholle zusammen grünen. J. P. Tit. 1, 74; der pflug ruht nicht verlassen auf der letzten erdscholle, die er überstürzte. Arnim kronenw. 1, 2. die anführung aus Keisersberg zeigt den persönlichen gebrauch des ausdrucks im sinne von erdensohn, erdenwurm. vgl.eisscholle, leimscholle.
Zitationshilfe
„erdscholle“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erdscholle>, abgerufen am 11.12.2019.

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