erfindung f
Fundstelle: Lfg. 4 (1860), Bd. III (1862), Sp. 800, Z. 32
1)
exploratus rei status, befund: weil er sich denn auf etlicher universiteten urteil und an sichern enden zu disputirn erbeut und, nach erfindung, sich der billigkeit weisen zu lassen. Luther 1, 136ᵇ.
2)
inventio,
nein, es ist nicht mehr not der frembden kunst und witz,
erfindungen und spil unnachthunlich zu achten,
dan Teutschland, welches selbst der erfindungen sitz,
erweiset vil mehr kunst den frembden zu betrachten.
Weckherlin 849;
die erfindung der dinge ist nichts anders als eine sinnreiche fassung aller sachen, die wir uns einbilden können. Opitz poeterei 17; die tiefsten abgründe der erfindung sind ihnen nicht verborgen und die feinsten züge der ausführung sind ihnen bemerkbar. Göthe 19, 95; so wird es dem künstler auch zuletzt an dem, was man erfindung nennt, an dem entwickeln des manigfaltigen aus dem einzelnen keineswegs fehlen können. 22, 218; mein bruder schätzte die philosophie über alles, ... doch hatte er schon etwas von der erfindung der ästhetik vernommen. Nicolais leben von Gökingk s. 9.
3)
entdeckung: die erfindung des rammelsbergischen bergwerks. Hahn 2, 36; erfindung der silbergruben. 2, 43.
Zitationshilfe
„erfindung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erfindung>, abgerufen am 24.07.2019.

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