erschlieszen
Fundstelle: Lfg. 5 (1861), Bd. III (1862), Sp. 966, Z. 21
reserare, recludere, entschlieszen, aufschlieszen.
1)
das thor, den schrein, kasten erschlieszen.
2)
der lenz erschlieszt die blumen;
violenglöckchen, die der frühe lauer hauch erschlosz.
Kosegarten;
wie ich in die erschlossenen kelche blickte. Bettine tageb. 80.
3)
einen gedanken, den sinn eines spruchs, ein rätsel, geheimnis erschlieszen; ein gebet erschlieszen; das sehr erschlossen inbrünstig ruefen und bitten zu gott dem allmechtigen widerumb in übung gebracht und getriben werden möchte. Fronsp. 3, 19ᵇ.
4)
den eingang in eine lehre, ihr weites feld erschlieszen;
o theurer freund, o treuster der genossen,
hier bist du todt, im himmel lebt dein geist,
wo gottes huld ein leben dir erschlossen,
das weder glut noch frost dir je entreiszt.
Gries Ar. Rol. 43, 170.
5)
sich erschlieszen, offenbaren, dargeben:
bedenk ich dann, wie manches jahr
sich schon mein sinn erschlieszet.
Göthe 2, 191;
die gefühle sich erschlieszen
und die wünsche sich ergieszen.
2, 34;
ja, Anna, ohne rückhalt soll vor dir
das herz der schwester sich erschlieszen.
Schiller 37ᵇ.
Zitationshilfe
„erschlieszen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/erschlieszen>, abgerufen am 22.11.2019.

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