Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

espan, m., n.

espan, m. n.
freier platz in einer flur, der zur viehweide benutzt wird, verderbt aus eschbann, also einem älteren eʒʒischban, wiewol diese vollen formen unbelegt sind; fast nur in alemannischen, schwäbischen, bairischen, mittelfränkischen landstrichen: si sagend, das der dorfbach sol gon durch die brunnenwis, und der grab soll so weit und so tief sein, das zwai pflugsreder dardurch under dem wasser wol gon mögend, und als lang hinab auf das espan, als acht stünder lenge, und wer das espan hett, derselb soll den bach im selbst füoggen (fügen, in ordnung halten), ob er will, wer auch der brunner wis inhat, der sol den graben füoggen. weisth. 1, 271; 2 morgen wisen bi dem eispen. Mone zeitschr. 4, 326 (a. 1472); uʒ genomen einer wisen, die man da nennet an dem espan. 6, 190 (a. 1327); minen wingarten, den man nemmet den Tüwinger, und gelegen ist bi dem espan in Überlinger etter. 10, 467 (a. 1333); in sinem wingarten, der bi dem bilde lit, und stoszet an das êspan. 10, 481 (a. 1356); das espan infangen, das espan uszlassen, die gemeinweide aufthun, beschlieszen (a. 1290). Jägers mag. für reichsstädte 3, 219; nit triben uf die espan und uf die üchtweide. urk. von Wiblingen a. 1342; äcker auf dem eespan. MB. 24, 143 (a. 1463); una fihrout (viehrotte) debet ire de espanestor (vom tor des eschbanns?) usque in Iseram (a. 1295). Meichelbeck II. 1, 102; dasz die vierer und gemeind des dorfs unter andern ihnen zuständigen grund und vieheweid auch ein flecken und esban, der holzgraben genant gelegen haben. Haltaus 414, ohne angabe des orts und der zeit, sichtbar aus später. das verlängerte êspan darf an der ableitung von esch nicht irre machen, sondern sie bestärken, aus êspan konnte leicht eispen werden. bedenklicher ist das immer einfache n und das schwankende genus, so dasz man den zweiten theil vielleicht anders als aus bann zu deuten hätte. in der Oberpfalz gilt noch heute espe, espet. Schm. 1, 219. Frisius, Maaler, Stalder, Tobler kennen das wort nicht mehr. in Frommanns deutschen mundarten 2, 245 steht aber espan als ein in Mittelfranken fortlebender ausdruck für viehtrift, weideanger und wird bemerkt, dasz das volk eschba ausspreche, hennebergisch aspe (daselbst 4, 460).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1157, Z. 17.

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Zitationshilfe
„espan“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/espan>, abgerufen am 08.08.2020.

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