Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

espe, f.

espe, f.
populus tremula, früher aspa, aspe (1, 587), den umlaut musz entweder ein zwischentretendes i (aspia, espia) oder ein neutrum espi herbeigeführt haben. ags. äspe, engl. asp, altn. espi, lett. umgestellt apśa. name und begrif rührt aber an esche fraxinus, wie auch aus den bildungen beberesche, zitteresche erhellt, und poln. die espe osica, osina heiszt, litt. drebullě von dreběti beben. weil die blätter langgestielt sind, bewegt sie der leiseste luftzug: das mädchen zitterte wie eine espe; wollten den blettern der espen, so umbher stunden, an zittern nichts bevor geben. Opitz 2, 284;
seufzender zittert auch itzt der traurige nächtliche zephyr
durch die schlanken espen am bach, ein heiliges grauen
wandelt mir aus dem innersten haine sanft lispelnd entgegen.
Zachariä tageszeiten 108;
von jenen todtenhügeln,
auf dem die espe bebt, stürzt sich auf schwarzen flügeln
ein finstres rabenheer auf mich.
Weisze trauerspiele 4, 92.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1157, Z. 53.

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eselsweise
Zitationshilfe
„espe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/espe>, abgerufen am 20.09.2021.

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