Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

espenlaub, n.

espenlaub, n.
dasselbe: mhd.
ër bibent unde wagete
vor sorgen als ein espîn loub.
tr. kr. 20697;
nhd. ein kind, dem man einen gülden neme und gebe im einen zalpfenning oder ein espenlaub dafür. Luther 3, 356ᵇ; pampeln und schweben wie ein espenlaub. 3, 374ᵇ; die meide pald an das fenster gieng und von dem schein des himels wol erkante, das es ein nackender mensch was, darzuͦ parschenkel in einem hemdlein arm und elendiclichen in dem türlein sasz und von frost zittert als ein espenlaub. Steinhöwel 62, 15 (dec. 2, 2 blosz tremando forte); zitern wart als ein espelaub. 530, 10; der engstiget und förchtet sich und erschrickt vor einem rauschenden blat oder bebet on underlasz wie ein espenlaub. Mathesius 1562, 285ᵇ; diese worte redet sie mit solcher begirde, dasz sie zittert wie ein espin laub. Amadis 23; ich zitterte am ganzen leib wie ein espinlaub. fr. Simpl. 1, 19; zitterte wie ein espenlaub. irrg. der liebe 610; das mädchen zitterte wie espenlaub. Möser patr. ph. 1, 165. Wieland 8, 133; er zitterte wie espenlaub, da er mir den rock von der hecke los machte. 8, 268;
sie zitterten wie espenlaub
und flohn nach Roszbachs gründen.
Löwen romanzen 59;
er fühlt sein herz wie espenlaub erbeben.
Gries Ariost 42, 51;
ein sprichwort, das ich glaube,
sagt: weiberzung hat nimmer ruh,
sie ist von espenlaube.
Bürger 49ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1861), Bd. III (1862), Sp. 1158, Z. 5.

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Zitationshilfe
„espenlaub“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/espenlaub>, abgerufen am 20.09.2021.

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